Fachartikel Redaktion SPIELFIGUR
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Autoren-Artikel
Die Motivation der Designer
Im Rahmen einer internationalen Studie hat die Plattform 12Designer versucht herauszufinden, was die entscheidenden Motivationsfaktoren für Gestalter sind, die sich an Designwettbewerben beteiligen.
124 aktuelle Wettbewerbe für 14234 Designer und selbst die Deutsche Bahn war schon Kunde. Die 2009 gestartete Berliner Plattform 12Designer hat sich fest im Segment Design-Crowdsourcing etabliert. Einem durchaus auch in Deutschland bereits umkämpften Genre. Wettbewerber wie Jovoto oder Designenlassen adressieren ähnliche Kunden. 4000 Wettbewerbe hat 12Designer in seiner zweijährigen Geschichte bereits abgeschlossen. Fast 10 000 Entwürfe hat der aktivste Gestalter bei 12Designer eingereicht. Wer nur den Sieger kürt, macht alle anderen zu Verlierern. So lautet das gängige Credo hinsichtlich Wettbewerben und Gewinnspielen. Für Singleshots kein Problem, aber wer dauerhaft eine Community bei Laune halten möchte, für den kann das Prinzip, „The winner takes it all“ schnell dazu führen, dass das Engagement der Mitglieder nachlässt und damit auch die Kreativität der Plattform. Vielleicht ist es aber genau dieser Ansatz, der gute Designer, die den Wettbewerb gewohnt sind, dazu antreibt, bei 12DesignerWettbewerben mitzumachen. Schließlich bekommt der Gewinner stattliche Preisgelder. Genau diese Feinheiten im Motivationskonstrukt der Mitglieder wollte Eva Missling herausfinden. Die Gründerin der Plattform befragte 700 der aktiveren Mitglieder nach der Strukturierung ihres Arbeitstages und nach den Motivationsfaktoren. „Warum zieht ein Logowettbewerb mit 1000 Euro Preisgeld 881 Vorschläge von 182 Designern an, wogegen weit höher dotierte Wettbewerbe nur sehr wenig Resonanz bekommen“, fragt sich die Wahl-Berliner, die bereits in renommierten Kreativagenturen wie Framfab oder Opus5 tätig war. Zunächst räumt Missling mit einem Vorurteil auf. „Das Klischee heißt, dass Plattformen wie unsere vor allem von Studenten und Nachwuchsdesignern genutzt werden. Das stimmt zwar auch, aber 40 Prozent der Nutzer haben mehr als sechs Jahre Erfahrung, 25 Prozent sogar mehr als 10 Jahre“. Tatsächlich ist für viele Gestalter der Wettbewerb selbst eine Herausforderung: “Über 55% unserer Kreativen gaben an, dass sie die Möglichkeit ihre Design-Kompetenzen zu verbessern als hohen Motivationsfaktor sehen“, so Missling. Bei den Motivationsfaktoren steht die Höhe des Preisgeldes nicht an erster Stelle. Wichtiger ist den Gestaltern eine Preisgarantie. 67 Prozent der Befragten nannten das als Entscheidungskriterium bei der Auswahl der Wettbewerbe. Auch der Auftraggeber und das Projekt selbst haben einen ähnlich hohen Stellenwert wie das Geld. „Finanzdienstleister müssen mehr ausgeben für die gleiche Resonanz wie zum Beispiel der Veranstalter eines Rockkonzerts“. Die Höhe des Preisgelds hängt freilich vom zu bearbeitenden Design ab. Während 43 Prozent der Designer auch bereits sind sich für weniger als 250 Euro bei einer Namensfindung zu beteiligen. Geht beim Webdesign nicht viel unter 300 Euro. WebDesign ist auch die Disziplin, bei der es am längsten dauert, bis die Vorschläge eintreffen. Während des konkreten Ablaufs eines Projekts steht an aller oberster Stelle die gute Kommunikation mit dem Auftraggeber. „Nichts ist frustrierender als zu wenig Feedback“, meint Eva Missling. Sigrid Ruppert, Übersetzerin auf der Plattform Clickworker stimmt dem zu: „In den Briefings erfährt man zu wenig über die Auftraggeber und das Projekt“. Hinzu kommt beim 07.07.11 19:38:23
2 Wettbewerb der Konkurrenzdruck. Zu viele Teilnehmer sind auch ein Grund, einem Wettbewerb fern zu bleiben.
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Äußerst positiv hingegen wertet Missling, dass die Hälfte aller Wettbewerbssieger später noch einmal mit dem Auftraggebern zusammen gearbeitet haben. „Selbst wenn die dabei unsere Plattform umgehen, so zeigt das doch, dass Crowdsourcing auch für die Designer eine nachhaltige Wirkung entfalten kann“. Missling zieht vier Lehren aus der Befragung: 1. 2. 3. 4. Die Crowdsourcing-Teilnehmer sind älter als gedacht. Nur zur Hälfte lassen sie sich vom Geld motivieren. Das Feedback der Kunden ist den Teilnehmern sehr wichtig. Die Vernetzung zwischen Kunde und Kreativen funktioniert auch über die Plattform hinaus.
Die 12Designer-Gründerin zieht folgendes Fazit: “Ich denke, dass wir gerade die erste Phase der Entwicklung von Crowdsourcing Business abgeschlossen haben. Jetzt ist es an der Zeit genau zu verstehen, was die einzelnen Mitglieder einer Crowd dazu motiviert ihre Arbeitskraft einzubringen, welches ihre Erwartungen und Erfahrungen sind. Basierend auf diesen Ergebnisse kann der Crowdsourcing-Sektor optimiert und weiterentwickelt werden“. [Bildunterschriften] 1) remax_12designer.jpg: Auch konservative Branchen entdecken Crowdsourcing im Design für sich 2) eva_missling.jpg: „Unsere Designer sind älter als ich dachte“
07.07.11
19:38:23
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Im Rahmen einer internationalen Studie hat die Plattform 12Designer versucht herauszufinden, was die entscheidenden Motivationsfaktoren für Gestalter sind, die sich an Designwettbewerben beteiligen.
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Wer nur den Sieger kürt, macht alle anderen zu Verlierern. So lautet das gängige Credo hinsichtlich Wettbewerben und Gewinnspielen. Für Single- shots kein Problem, aber wer dauerhaft eine Community bei Laune halten möchte, für den kann das Prinzip, „The winner takes it all“ schnell dazu führen, dass das Engagement der Mitglieder nachlässt und damit auch die Kreativität der Plattform. Vielleicht ist es aber genau dieser Ansatz, der gute Designer, die den Wettbewerb gewohnt sind, dazu antreibt, bei 12Designer- Wettbewerben mitzumachen. Schließlich bekommt der Gewinner stattliche Preisgelder.
Genau diese Feinheiten im Motivationskonstrukt der Mitglieder wollte Eva Missling herausfinden.